Döner Kebap: wie sich drehendes Grillfleisch die Welt eroberte

 

Kaum ein türkisches Gericht ist so bekannt wie der Döner Kebap. Die schnelle Mahlzeit wird aber nicht nur in der Türkei verzehrt, sondern findet sich inzwischen weltweit in verschiedenen Variationen.

Kebap ist ein türkisches Wort und ist gleichbedeutend mit gegrilltem oder gebratenem Fleisch. Die arabische Bezeichnung lautet ‏كَباب‎ (kabāb), die korrekte deutsche Schreibweise lautet „Kebap“ mit weichem „p“am Wortende. Fallweise wird dieses Gericht also als Kebap, Kebab, Kabab oder auch als Dönerkebap verkauft.

Döner bedeutet „sich drehend“. In fast allen Ländern wird es ähnlich ausgesprochen, nur die Griechen nennen den Kebap Gyros, bereiten ihn allerdings auch mit Schweinefleisch zu.

 

Woher stammt der Döner-Kebap wirklich? Streitfrage und ewiges Mysterium

 

Begonnen hat die Geschichte des Kebaps in Anatolien, er wurde erstmals 1836 in einem Tagebuch erwähnt. Zu dieser Zeit wurde für einen Döner Kebap Hammelfleisch verwendet, das am Spieß gebraten und in Brotteig gewickelt und so serviert worden ist. Der Şiş Kebap ist zu dieser Zeit noch an einem horizontalen Grill zubereitet worden.

In die Vertikale soll ihn ein Koch namens Hamid in Kastamonu gebracht haben. Dazu gehören neben dem in feine Streifen geschnittenen Hammelfleisch auch Fleisch aus der Keule, Kammfleisch und Filet in das Brot. Gewürzt worden ist der Kebap mit einer Marinade aus Pfeffer und Salz, Zwiebeln, scharfem Paprika und Kreuzkümmel. Dieses Rezept wurde innerhalb mehrerer Generationen an seine Lehrlinge weitergegeben.

Davon unabhängig soll in Bursa der Döner Kebap noch einmal erfunden worden sein. Dabei verarbeitet der Koch İskender das Hammelfleisch teilweise zu Hackfleisch und schichtete dieses zwischen diesmal zuvor weichgeklopfte Fleischscheiben. Das Fleisch wurde (und wird immer noch) mit Joghurt und zerlassener Butter auf geschnittenem Fladenbrot serviert. Der Sage nach soll hier auch der Name Döner Kebap ersonnen worden sein.

 

Der Siegeszug des Kebaps um die Welt

 

Wo und wann genau sich die Kebap - Gerichte auf die Reise um die Welt machten, ist nicht überliefert. Fakt ist jedenfalls, dass in Istanbul der Döner Kebap erstmals in den 1940ern verkauft wurde. Zu dieser Zeit boten ihn allerdings nur wenige Restaurants an, wovon sich eines davon direkt im Verwaltungszentrum des Osmanischen Reiches, dem Topkapı-Palast, befand.

Nach Deutschland kam der Kebap in den 1970er Jahren durch türkische Migranten. Ob an dem weit verbreiteten Gerücht, der Döner sei in Berlin erfunden worden etwas dran ist, lässt sich heute nicht mehr zweifelsfrei klären. Tatsache ist aber, dass es heute in Berlin mehr Kebabstände als in Istanbul gibt, und Kebap in all seinen Formen ist das beliebteste Fast Food Gericht in Deutschland.